Reform zur Wahl einer Generalsekretärin oder eines Generalsekretärs

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Der Prä­si­dent der Gene­ral­ver­samm­lung der Ver­ein­ten Natio­nen Mogens Lykketoft hat ange­kün­digt, im Rah­men des Aus­wahl­ver­fah­rens für den nächs­ten Gene­ral­se­kre­tär eine Rei­he „infor­mel­ler Dia­lo­ge“ zur Vor­stel­lung der Kan­di­da­tin­nen und Kan­di­da­ten für die Nach­fol­ge von Ban Ki-moon durch­zu­füh­ren. Der ers­te infor­mel­le Dia­log mit der Gene­ral­ver­samm­lung wird vom 12. bis 14. April 2016 statt­fin­den. Im Vor­feld wer­den die Kan­di­da­tin­nen und Kan­di­da­ten gebe­ten, in maxi­mal 2.000 Wör­tern ihre Visi­on dar­zu­le­gen, die den Mit­glied­staa­ten und der Öffent­lich­keit zur Kennt­nis über­mit­telt wer­den. Jede Kan­di­da­tin und jeder Kan­di­dat hat dann die Mög­lich­keit, sich inner­halb von zwei Stun­den der Gene­ral­ver­samm­lung vor­zu­stel­len und Fra­gen der Mit­glied­staa­ten zu beant­wor­ten. Die Auf­trit­te vor der Gene­ral­ver­samm­lung wer­den auf­ge­zeich­net, in alle UN-Spra­chen über­setzt und anschlie­ßend als Web­cast auf der Web­sei­te des Prä­si­den­ten der Gene­ral­ver­samm­lung zur Ver­fü­gung gestellt.

Kandidatinnen und Kandidaten für die Nachfolge von Ban Ki-moon

Bis­lang ste­hen acht Kan­di­da­tin­nen und Kan­di­da­ten fest:
— Iri­na Boko­va, Gene­ral­di­rek­to­rin der UNESCO, Bul­ga­ri­en
— Helen Clark, ehem. Pre­mier­mi­nis­te­rin Neu­see­lands und Lei­te­rin Uno-Ent­wick­lungs­pro­gramm UNDP
— Nata­lia Gher­man, Außen­mi­nis­te­rin der Repu­blik Mol­d­au
— Antó­nio Guter­res, ehe­ma­li­ger Hoher Flücht­lings­kom­mis­s­ar der Ver­ein­ten Natio­nen, Por­tu­gal
— Dr. Srg­jan Kerim, ehe­ma­li­ger Außen­mi­nis­ter der Repu­blik Maze­do­ni­en und Prä­si­dent der 62. UN-Gene­ral­ver­samm­lung
— Dr. Igor Lukši?, Außen­mi­nis­ter der Repu­blik Mon­te­ne­gro
— Prof. Dr. sc. Ves­na Pusi?, Außen­mi­nis­te­rin der Repu­blik Kroa­ti­en
— Dr. Dani­lo Türk, ehe­ma­li­ger Prä­si­dent der Repu­blik Slo­we­ni­en
Die Wahl der Gene­ral­se­kre­tärs wird häu­fig als intrans­pa­rent kri­ti­siert. Pro­ble­ma­ti­sch ist, dass die Öffent­lich­keit kei­ne Mög­lich­keit hat, Ein­bli­ck in das Aus­wahl­ver­fah­ren zu haben und dass die Gene­ral­ver­samm­lung kei­nen Ein­fluss auf die Wahl­emp­feh­lun­gen hat. Ent­spre­chend der Char­ta der Ver­ein­ten Natio­nen wer­den Kan­di­da­tin­nen und Kan­di­da­ten bis­lang von einem Mit­glied­staat nomi­niert und vom Sicher­heits­rat in einer geschlos­se­nen Sit­zung auf ihre, bezie­hungs­wei­se sei­ne Taug­lich­keit über­prüft. Der Sicher­heits­rat spricht dann eine Emp­feh­lung für eine Kan­di­da­tin oder einen Kan­di­da­ten aus, die oder der von der Gene­ral­ver­samm­lung offi­zi­ell ernannt wird.

Transparenz und Inklusion sollen handlungsleitend sein

Die UN-Gene­ral­ver­samm­lung hat­te Anfang Sep­tem­ber 2015 eine Reso­lu­ti­on (A/RES/69/321) zur Stär­kung der Gene­ral­ver­samm­lung ver­ab­schie­det, die eine Reform des Pro­zes­ses zur Wahl des UN-Gene­ral­se­kre­tärs sowie mehr Trans­pa­renz und Inklu­si­on für das künf­ti­ge Aus­wahl­ver­fah­ren vor­sieht. Dazu gehö­ren soge­nann­te „Infor­mel­le Dia­lo­ge und Tref­fen“, die Mogens Lykketoft in einem Schrei­ben vom 25. Febru­ar 2016 an alle Stän­di­gen Ver­tre­ter bei den Ver­ein­ten Natio­nen ange­kün­digt hat. Zudem soll es wei­te­re Aus­tausch­mög­lich­kei­ten mit den Kan­di­da­tin­nen und Kan­di­da­ten geben, bei­spiels­wei­se in Form einer Betei­li­gung an drei High-Level The­ma­tic Deba­tes zu Her­aus­for­de­run­gen für die Ver­ein­ten Natio­nen im 71. Jahr ihres Bestehens, die für die kom­men­den Mona­te geplant sind.

Beteiligung und Engagement der Zivilgesellschaft

Auch die Betei­li­gungs­mög­lich­kei­ten der Zivil­ge­sell­schaft sol­len ver­bes­sert wer­den, um einen offe­nen, trans­pa­ren­ten und umfas­sen­den Aus­wahl- und Beset­zungs­pro­zess zu gewähr­lis­ten. Zivil­ge­sell­schaft­li­che Orga­ni­sa­tio­nen sind auf­ge­ru­fen, bis zum 20. März 2016 ihre Fra­gen an die Kan­di­da­ten­in­nen und Kan­di­da­ten beim Non-Govern­men­tal Lia­son Office der Ver­ein­ten Natio­nen (UN-NGLS) schrift­li­ch, per Video oder Audio und via Twit­ter oder Ins­ta­gram (#UNS­Gcan­di­da­tes) ein­zu­rei­chen. Ein Aus­schuss wird die­se prü­fen und eine Aus­wahl am Fra­gen für den ers­ten infor­mel­len Dia­log mit der Gene­ral­ver­samm­lung tref­fen.

Kampagne „1 for 7 Billion“

Die welt­wei­te Kam­pa­gne „1 for 7 Bil­lion“, die auch vom Welt­ver­band der Gesell­schaf­ten für die Ver­ein­ten Natio­nen (WFUNA) unter­stützt wird, setzt sich für ein offe­nes, trans­pa­ren­tes und leis­tungs­ori­en­tier­tes Aus­wahl­ver­fah­ren für den nächs­ten Gene­ral­se­kre­tär ein.
Die Wahl des UN-Gene­ral­se­kre­tärs wird Ende 2016 statt­fin­den. Der neue Gene­ral­se­kre­tär wird sein Amt zum 1. Janu­ar 2017 antre­ten.

Aktu­el­le Infor­ma­tio­nen zum Aus­wahl- und Ernen­nungs­pro­zess sowie zu den Kan­di­da­ten­in­nen und den Kan­di­da­ten 
Zum Betei­li­gungs­ver­fah­ren des UN-NGLS

Zur Kam­pa­gne „1 for 7 Bil­lion“

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