Kommt die UN in der Realität an? Beobachtungen zum Einsatz der sozialen Medien

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Bei­spiel­los waren die jüngs­ten infor­mel­len Gesprä­che in der Gene­ral­ver­samm­lung der Ver­ein­ten Natio­nen für die­je­ni­gen, die anstre­ben der oder die nächs­te Generalsekretär*in zu wer­den. Und auch für die Öffent­lich­keit war es ein Novum, noch heu­te kön­nen die mehr als 10 Stun­den Fra­gen und Ant­wor­ten ein­ge­se­hen wer­den. Was frü­her hin­ter ver­schlos­se­nen Türen statt­fand, rückt heu­te ins Licht der Öffent­lich­keit.

Eben­so war es eine Art Rei­fe­pro­zess der UN im Umgang mit den sozia­len Medi­en, über die – vor allem bei Twit­ter – Fra­gen an die Kandidat*innen zum Hash­tag #NextSG ein­ge­reicht wur­den. Aber was sagt uns das über den Sta­tus der digi­ta­len Diplo­ma­tie bei den UN? Ändert es tat­säch­li­ch die Art und Wei­se, wie die Orga­ni­sa­ti­on arbei­tet?

Es war neu zu sehen, dass Twit­ter in einem Forum auf­trat, wel­ches für sei­ne lang­at­mi­gen State­ments bes­ser bekannt ist. Der stän­di­ge Ver­tre­ter des Ver­ei­nig­ten König­rei­ches bei den Ver­ein­ten Natio­nen, Mat­t­hew Rycroft, las von sei­nem Mobil­te­le­fon Fra­gen vor, die von der Zivil­be­völ­ke­rung und aus der Öffent­lich­keit gestellt wur­den. Sie waren kurz und auf den Punkt gebracht.

Screen Shot 2016-05-08 at 16.53.00Der bri­ti­sche Stu­dent Chris Lau­der (@Lauderish) frag­te den ehe­ma­li­gen ser­bi­schen Außen­mi­nis­ter Vuk Jere­mic (@Vuk4UNSG): Wel­che Schrit­te wer­den Sie gehen um sicher zu stel­len, dass die Men­schen­rech­te von jenen, die auf­grund von Kon­flik­ten ver­trie­ben wur­den, geschützt sind?

Und die For­sche­rin für gewalt­tä­ti­gen Extre­mis­mus Nau­re­en Chowdhu­ry-Fink (@NaureenCFink) erkun­dig­te sich bei Iri­na Boko­va, Gene­ral­di­rek­to­rin der UNESCO aus Bul­ga­ri­en (@IrinaBokova): Wie will der oder die nächs­te Generalsekretär*in 0-Tole­ranz für sexu­el­len Miss­brauch durch UN Frie­dens­wäch­ter imple­men­tie­ren? Dunkle Fle­cken auf der blau­en Flag­ge.

Dies schaut nach Fort­schritt bei der UN aus, wo es doch wei­ter­hin eine umstrit­te­ne Idee ist, die Zivil­be­völ­ke­rung mit im Raum zu haben. Vie­le sind zu sehr bemüht NGO´s dar­an zu erin­nern, dass dies, trotz allem, eine Orga­ni­sa­ti­on von Mit­glieds­staa­ten ist.

Man­che mei­ner Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen bei den UN schie­nen scho­ckiert über die Mög­lich­keit zu sein, dass eine nor­ma­le Per­son mit einem Smart­pho­ne bei öffent­li­chen Anhö­run­gen auf der größ­ten Büh­ne der Welt etwas zu sagen hat“, schrieb Rycroft am Ende der Woche. „Aber das ist nicht radi­kal. Das sind die Ver­ein­ten Natio­nen, die sich der Rea­li­tät nähern“.

Aller­dings zeig­ten die infor­mel­len Dia­lo­ge, dass die Kandidat*innen in ihrem Wahl­kampf für den top Job der UN so wenig wie mög­li­ch sagen wol­len und kei­nen ein­fluss­rei­chen Mit­glied­staat ris­kie­ren zu belei­di­gen. Sie ver­su­chen nicht die sozia­len Medi­en zu benut­zen um Aus­sa­gen zu machen. Lei­der auch etwas, wofür der amtie­ren­de Gene­ral­se­kre­tär von vie­len ver­ur­teilt, dass er zu wenig gemacht habe.

Der Bei­trag geht auf den Arti­kel “Is @UN Real­ly Catching up With Rea­li­ty” zurück. Über­tra­gen ins Deut­sche hat ihn unse­re Auto­rin Ann-Chris­ti­ne Nie­pelt.

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