Die Welt steht euch offen! — #GenderAKtion Interview mit Bettina Metz

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Bet­ti­na Metz ist seit 2013 Geschäfts­füh­re­rin des UN Women Natio­na­len Komi­tees Deutsch­land e.V.. Nach Abschluss ihres Stu­di­um arbei­te­te sie für UNIFEM (Ent­wick­lungs­fonds der Ver­ein­ten Natio­nen für die Frau) in New York und Bang­kok. Anschlie­ßend setz­te sie ihre Kar­rie­re in Deutsch­land fort. Das Natio­na­le Komi­tee sieht sich beim Ein­satz für Gleich­stel­lung als Bin­de­glied zwi­schen Regie­rung und Zivil­ge­sell­schaft. Heu­te sind ihre zahl­rei­chen Erfah­run­gen im In- und Aus­land im Bereich Gen­der Main­strea­ming essen­ti­ell für ihre all­täg­li­chen Auf­ga­ben als Geschäfts­füh­re­rin. Anknüp­fend an das The­ma der Frau­en­rechts­kom­mis­si­on 2017 „Die wirt­schaft­li­che Stär­kung von Frau­en in der sich ver­än­dern­den Arbeits­welt” prä­sen­tiert der Arbeits­kreis Gen­der­ge­rech­tig­keit jeden Monat eine weib­li­che Füh­rungs­po­si­ti­on aus den inter­na­tio­na­len Bezie­hun­gen.

 

© UN Women Natio­na­les Komi­tee Deutsch­land e.V.
  1. Bit­ten stel­len Sie sich kurz vor und beschrei­ben Sie Ihre der­zei­ti­ge Tätig­keit.

Mein Name ist Bet­ti­na Metz und ich bin Geschäfts­füh­re­rin bei UN Women Natio­na­les Komi­tee­Deutsch­land e.V. Dies ist ein Ver­ein, der UN Women unter­stützt und zwar durch Öffent­lich­keits­ar­beit, Spen­den­samm­lung für welt­wei­te Pro­jek­te und die Bekannt­ma­chung inter­na­tio­na­ler Gleich­stel­lungs­po­li­tik in Deutsch­land. Ins­be­son­de­re bei den loka­len Behör­den und der Regie­rung, die Gleich­stel­lungs­po­li­tik umset­zen sol­len. Der Ver­ein setzt sich auch dafür ein, dass die deut­sche Regie­rung die Gleich­stel­lung der Geschlech­ter vor­an­bringt. Daher sind wir auch dar­an inter­es­siert, dass die Regie­rung ihre Bei­trags­zah­lun­gen an UN Women erhöht. Denn mit  4 Mil­lio­nen Euro ist dies der gerings­te Bei­trag der Bun­des­re­gie­rung für UN Orga­ni­sa­tio­nen. Die Geschäfts­stel­le ist in Bonn und besteht aus 5–6 Mitarbeiter*innen. Der Vor­stand besteht aus 7 Mit­glie­dern. Für ihr gesell­schaft­li­ches Enga­ge­ment erhiel­ten Vor­stands­vor­sit­zen­de Karin Nord­mey­er sowie Bei­sit­ze­rin Dr. Gabrie­le Michel das Bun­des­ver­dienst­kreuz am Ban­de.

 

  1. Könn­ten Sie Ihren Aus­bil­dungs- und Kar­rie­re­weg kurz beschrei­ben?

Ich bin von Haus aus Poli­tik­wis­sen­schaft­le­rin. Nach dem Stu­di­um schick­te ich auf gut Glück mei­ne Bewer­bung an die Ver­ein­ten Natio­nen in New York  und lan­de­te dann direkt bei UNIFEM (Ent­wick­lungs­fonds der Ver­ein­ten Natio­nen für die Frau) in New York für ein drei­mo­na­ti­ges Prak­ti­kum. UNIFEM war eine der Vor­gän­ger­or­ga­ni­sa­tio­nen von UN Women. Der Fokus der Orga­ni­sa­ti­on lag auf Ent­wick­lungs­hil­fe­pro­jek­ten spe­zi­ell für Frau­en*. Also ganz nach dem Mot­to, dass von Hil­fe für Frau­en* schluss­end­lich die gan­ze Gesell­schaft pro­fi­tiert. Ins­ge­samt war ich zwei Jah­re in New York und ein Jahr in Bang­kok. Danach kehr­te ich nach Deutsch­land zurück und gab Kur­se für Berufsrückkehr*innen, Lang­zeit­ar­beits­lo­se sowie Jugend­li­che. Dort arbei­te­te ich aber auch wie­der viel mit Frau­en* zusam­men.  Anschlie­ßend absol­vier­te ich ein Zusatz­stu­di­um für Erwach­se­nen­bil­dung, wur­de selbst­stän­dig als Kar­rie­re­be­ra­te­rin sowie Bewer­bungs­trai­ne­rin und koor­di­nier­te die kom­mu­na­le Stadt­ent­wick­lung in einer hes­si­schen Klein­stadt. Außer­dem begann ich, ein Men­to­ring­pro­gramm an der Tech­ni­schen Hoch­schu­le Mit­tel­hes­sen (THM) auf­zu­bau­en. Nach einem Jahr erfuhr ich, dass die Stel­le der Geschäfts­füh­re­rin bei UN Women Natio­na­len Komi­tee Deutsch­land e.V. frei wur­de. Zuvor war ich schon lan­ge Mit­glied und im Vor­stand tätig. So kehr­te ich wie­der zu mei­nem ursprüng­li­chen Auf­ga­ben­feld zurück.

 

  1. Inwie­fern ist Ihnen auf ihrem Wer­de­gang jeg­li­che Art von Dis­kri­mi­nie­rung auf Grund Ihres Geschlechts begeg­net?

Als jun­ge Prak­ti­kan­tin* in New York muss­te ich mich tat­säch­lich erst­mal an die Höf­lich­keits­re­geln bei den Ver­ein­ten Natio­nen gewöh­nen. Im Fahr­stuhl soll­te ich als Ers­te den Fahr­stuhl ver­las­sen oder mir wur­de immer die Tür auf­ge­hal­ten. Für mich als eman­zi­pier­te Frau* war das schon komisch. Aber ich nahm es damals nicht als Dis­kri­mi­nie­rung wahr.

Tat­säch­lich hat­te ich aber immer das Gefühl, dass es als Frau, und vor allem als jun­ge Frau* schwer war, sich durch­zu­set­zen. Ich muss­te immer erst bewei­sen, dass das was ich sage Hand und Fuß hat und dass ich weiß, wovon ich rede.

Dis­kri­mi­nie­rung geschah aber auch auf­grund von Alter. Ich mer­ke, dass je älter ich wer­de, mich ande­re erns­ter neh­men. Auf der ande­ren Sei­te höre ich von älte­ren Bekann­ten und Freund*innen manch­mal auch, dass es mit dem Alter wie­der schwie­ri­ger wird — Frau* wird dann auch nicht mehr für voll genom­men. Aber ja, egal wo ich bin, bemer­ke ich, dass ich auf­grund mei­nes Geschlechts anders behan­delt wer­de, auch im All­tag und nicht nur bei der Arbeit.  

 

  1. Haben Sie einen Rat­schlag für jun­ge Frau­en in der Arbeits­welt, ins­be­son­de­re im inter­na­tio­na­len Kon­text?

Ich glau­be, dass jun­gen Frau­en* die Welt offen­steht. Sie sol­len sich nicht ein­re­den las­sen, dass sie es nicht schaf­fen kön­nen oder dass es nicht klappt. Sie sol­len los­stür­men und das machen, wor­auf sie Lust haben. Irgend­wie klappt es doch, wenn man etwas fest im Kopf hat. Für jun­ge Frau­en*, die im Bereich Gleich­be­rech­ti­gung arbei­ten möch­ten, emp­feh­le ich, sich nicht nur auf rei­ne Frauen*organisationen zu kon­zen­trie­ren, son­dern Gen­der Main­strea­ming im eige­nen Bereich vor­an­zu­trei­ben. Lei­der ist es heu­te noch so, dass man sonst in eine Ecke gescho­ben wird. Wenn die­se jun­gen Frau­en* im Bereich Umwelt, Men­schen­rech­te oder Inge­nieur­we­sen arbei­ten, brin­gen sie auch dort Gen­der­the­men mit ein.

 

Die­ses Inter­view wur­de von Miri­am Mül­ler geführt.

 

Comments on “Die Welt steht euch offen! — #GenderAKtion Interview mit Bettina Metz
  1. eri

    Thank you for sharing
    https://aab-edu.net/

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