Das wichtigste Amt der Weltgemeinschaft hat diese demokratische Aufmerksamkeit verdient”

#ItsYourUN > Meinung und Kommentar > Das wichtigste Amt der Weltgemeinschaft hat diese demokratische Aufmerksamkeit verdient”

Ken­nen Sie den aktu­el­len Gene­ral­se­kre­tär und haben Sie eine Idee, wer ihm nach­folgt? – Kei­ne Ahnung!“

Wenn ich mit den Men­schen in der Fuß­gän­ger­zo­ne über den UNO-Gene­ral­se­kre­tär spre­che, wird die gro­ße Mehr­heit wahr­schein­lich ver­su­chen, das The­ma zu wech­seln. Die UNO ist weit weg und unbe­kannt – obwohl die glo­ba­len Her­aus­for­de­run­gen jeden Tag die Nach­rich­ten domi­nie­ren.

Mei­ne Über­zeu­gung ist: Weil wir in der glo­ba­li­sier­ten Welt leben, müs­sen unse­re glo­ba­len Ent­schei­dungs­struk­tu­ren bes­ser wer­den. Bes­ser heißt für mich demo­kra­ti­scher.

Josip Juratovic KachelDes­we­gen ist es gut, dass die anste­hen­de Wahl zum Gene­ral­se­kre­tär der Ver­ein­ten Natio­nen in einem deut­lich trans­pa­ren­te­ren Pro­zess statt­fin­det, als wir es bis­her kann­ten. Ab die­sem Monat hat die Mensch­heit die Mög­lich­keit, sich aktiv mit ihren Kan­di­da­tin­nen und Kan­di­da- ten für das höchs­te Amt der Welt­ge­mein­schaft aus­ein­an­der­zu­set­zen. Die­se Trans­pa­renz ist neu und ein gro­ßer Erfolg all jener Initia­ti­ven und Staa­ten, die sich für einen demo­kra­ti­sche- ren Pro­zess stark gemacht haben. Beson­ders wich­tig ist nun, dass sich Kan­di­da­tin­nen und Kan­di­da­ten live über­tra­ge­nen öffent­li­chen Anhö­run­gen stel­len dür­fen und müs­sen.

Auf die­sem Weg soll­ten wir wei­ter­ge­hen! Wenn wir kon­se­quent sind, wird bei kom­men­den Wah­len viel­leicht nicht mehr der Sicher­heits­rat, son­dern die hof­fent­lich künf­tig exis­tie­ren­de par­la­men­ta­ri­sche Ver­samm­lung der Ver­ein­ten Natio­nen ent­schei­dend sein. Zusätz­lich wäre es für die kom­men­den Che­fin­nen und Chefs der UNO von Vor­teil, nach ihrer Wahl maxi­mal eine Amts­zeit anzu­tre­ten. Das wür­de sie von vie­len poli­ti­schen Inter­es­sen unab­hän­gig machen und sie mit grö­ße­rer poli­ti­scher Gestal­tungs­kraft aus­stat­ten.

Die Posi­ti­on der Bun­des­re­gie­rung für die aktu­el­len Wah­len unter­stüt­ze ich. Es ist rich­tig, dass sich Deutsch­land für eine Frau an der Spit­ze der UNO aus­spricht. Und es ist eben­so rich­tig, dass die Bun­des­re­pu­blik eine Kan­di­da­tin aus Ost­eu­ro­pa unter­stützt, denn die­se Welt­re­gi­on war unter den bis­he­ri­gen Gene­ral­se­kre­tä­ren nicht ver­tre­ten.

Ich freue mich auf die nächs­ten Mona­te mit ihrer span­nen­den Debat­te um die kom­men­de Gene­ral­se­kre­tä­rin – hof­fent­lich auch in den Fuß­gän­ger­zo­nen der Bun­des­re­pu­blik. Das wich­tigs­te Amt der Welt­ge­mein­schaft hat die­se demo­kra­ti­sche Auf­merk­sam­keit ver­dient.

 

Das ist ein Mei­nungs­bei­trag von Josip Jura­to­vic, SPD, Mit­glied im Unter­aus­schuss Ver­ein­te Natio­nen, Inter­na­tio­na­le Orga­ni­sa­tio­nen und Glo­ba­li­sie­rung sowie im Aus­wär­ti­gen Aus­schuss.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

14 − 9 =