Alle Länder sind Entwicklungsländer

#ItsYourUN > Allgemein > Alle Länder sind Entwicklungsländer

Neben dem Gene­ral­se­kre­ta­ri­at der Ver­ein­ten Natio­nen besuch­ten die DGVN-Teil­neh­mer der Stu­di­en­rei­se nach New York auch das UN-Ent­wick­lungs­pro­gramm (UNDP). Eines der ent­schei­den­den The­men war dabei eine Dis­kus­si­on um die Zie­le für nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung (Sustain­ab­le Deve­lop­ment Goals – SDGs), die im Jahr 2015 von der UN-Gene­ral­ver­samm­lung als Agen­da 2030 für nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung ver­ab­schie­det wur­den.

Fokus­sier­ten sich die im Jahr 2000 ver­ab­schie­de­ten acht Mill­en­ni­ums­ent­wick­lungs­zie­le (Mill­en­ni­um Deve­lop­ment Goals – MDGs) noch auf die Armuts­re­du­zie­rung in den Ent­wick­lungs­län­dern, so kon­zen­trie­ren sich die SDGs auf eine brei­ter aus­ge­rich­te­te Agen­da nach­hal­ti­ger Ent­wick­lung, die den Her­aus­for­de­run­gen glo­ba­ler Umwelt- und Kli­ma­po­li­tik Rech­nung trägt. Sie neh­men im Gegen­satz zu den MDGs auch die Indus­trie­staa­ten in die Pflicht. Wie unse­re Gesprächs­part­ner von UNDP beton­ten, haben die SDGs damit ein ande­res Nar­ra­tiv und mit 17 uni­ver­sel­len Zie­len sowie 169 Indi­ka­to­ren eine höhe­re Kom­ple­xi­tät und gegen­sei­ti­ge Ver­net­zung als die MDGs.

Über­zeugt sind die UNDP-Mit­ar­bei­ter vom Ansatz, dass die UN ihren Mit­glied­staa­ten im Hin­blick auf die Errei­chung der SDGs kei­ne defi­ni­ti­ven Vor­ga­ben machen, son­dern ihnen Ori­en­tie­rungs­an­sät­ze zur Umset­zung anbie­ten (Prin­zip des know­ledge sharing). Sie mach­ten deut­lich, dass Sank­tio­nie­rung kein sinn­vol­les Instru­ment gegen­über Staa­ten sei, die die Zie­le zu ver­feh­len dro­hen. Viel­mehr soll­ten die SDGs mit Unter­stüt­zung von Unter­neh­men, Zivil­ge­sell­schaft und Wis­sen­schaft gemein­sam auf natio­na­ler und glo­ba­ler Ebe­ne bewor­ben wer­den, um Wider­stän­de gera­de in Län­dern zu über­win­den, in denen es gro­ßer Anstren­gun­gen bedarf.

In der Zusam­men­ar­beit mit der Pri­vat­wirt­schaft muss aus Sicht von UNDP dar­auf geach­tet wer­den, dass ethi­sche Stan­dards von betei­lig­ten Unter­neh­men ein­ge­hal­ten wer­den. Instru­men­te, wie Ver­ein­ba­run­gen von Sorg­falts­pflicht (due dili­gence), wie sie bei­spiels­wei­se vom Kin­der­hilfs­werk der UN (United Nati­ons Children’s Fund – UNICEF) ange­wandt wer­den, sei­en hier denk­bar. Bewusst ist sich UNDP dar­über, dass die Umset­zung der SDGs mit Tra­de-offs ver­bun­den sein wird und bei­spiels­wei­se die Fra­ge nach der Sequenz der unter­schied­li­chen SDGs voll­kom­men offen ist.

Wenn­gleich die Umset­zung der SDGs bis zum Jahr 2030 daher erkenn­bar enor­mer Her­aus­for­de­run­gen bedarf und der von US-Prä­si­dent Donald Trump ver­kün­de­te Aus­stieg der USA aus dem Pari­ser Kli­ma­ab­kom­men kein gutes Zei­chen für die wei­te­re Ent­wick­lung ist, war bei den Ver­tre­tern von UNDP Opti­mis­mus zu ver­spü­ren, die Umset­zung der SDGs mit anzu­pa­cken.

Ben­ja­min Rei­chen­bach

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

zwanzig − 17 =